Nachwachsende Rohstoffe

Anbau war 2023 rückläufig

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Die Produktion von Energiepflanzen schwächelt aufgrund der geringeren Biogasverstromung.

Der Anbau nachwachsender Rohstoffe (NawaRo) ist 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht eingeschränkt worden, lag aber noch über dem Stand von 2021. Im vorigen Jahr wurden auf 2,48 Mio. Hektar NawaRo angebaut, was knapp 15% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) Deutschlands entsprach. Das teilte die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) am Dienstag (16.4.) in Gülzow mit. Zur Ernte 2022 waren es 2,57 Mio. Hektar oder gut 15% der LN gewesen; 2021 hatte sich derFlächenbedarf indes auf nur 2,43 Mio. Hektar belaufen.

Grund für den Anbaurückgang war die geringere Biogasverstromung, die laut FNR die Energiepflanzenfläche für Biogasanlagen um 150.000 Hektar oder 11% schrumpfen ließ. Der Negativtrend dürfte sich nach Einschätzung der Fachagentur fortsetzen, sofern die Rahmenbedingungen für Biogasaltanlagen nicht verbessert werden. Bei den NawaRo beanspruchten erneut Energiepflanzen mit 2,20 Mio. Hektar den flächenmäßig größten Anteil; das waren aber 100.000 Hektar weniger als 2022. Auf 279.000 Hektar wurden zuletzt Industriepflanzen angebaut, worunter beispielsweise Kulturen zur Gewinnung von Arznei- und Färberstoffen, Fasern oder Stärke zählen. Der Flächenbedarf für NawaRo dieser Kategorie stieg im Jahresvergleich um insgesamt 5.000 Hektar.
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Deutlich weniger Energiemais
Der Pflanzenanbau zur Substratgewinnung für Biogasanlagen machte 2023 nach wie vor den größten Flächenbedarf bei Energiepflanzen aus. Mit 1,37 Mio. Hektar lag dieser allerdings deutlich unter dem Niveau des Jahres 2022 von 1,52 Mio. Hektar. Die wichtigste Biogaskultur blieb mit rund zwei Dritteln der Mais. Der Anbau von Energiemais ging aber von 1,03 Mio. Hektar auf 896.000 Hektar zurück. Darauf folgten Gräser und Zwischenfrüchte, Getreide, Zuckerrüben und die Durchwachsene Silphie.

Zulegen konnte der Rapsanbau für die energetische und stoffliche Nutzung von Pflanzenölen. Laut den FNR-Zahlen wuchsen die betreffenden Flächen im Vergleich zu 2022 um etwa 42.000 Hektar auf 583.000 Hektar beziehungsweise 6.100 Hektar auf 81.000 Hektar. AgE (17.04.2024)
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