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ASP-Bekämpfung

Klöckner und Ardanowski wollen mehr Zäune und Abschüsse

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und ihr polnischer Amtskollege Jan Krzysztof Ardanowski haben sich am Rande der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin auf weitere Schritte zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verständigt. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums soll ein Maßnahmenkatalog erarbeitet werden, um die Tierseuche auf polnischer Seite einzudämmen sowie ein Überspringen auf Deutschland zu verhindern. Im Gespräch sei unter anderem die Einrichtung eines eingezäunten Korridors entlang der Grenze, um ein Einwandern infizierter Wildschweine nach Deutschland zu verhindern.
Gleichzeitig soll geprüft werden, wie das deutsche Technische Hilfswerk (THW) bei der Errichtung von Schutzzäunen auf polnischer Seite behilflich sein kann. Geplant ist auch die Vertiefung der Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaft und Forschung. Darüber hinaus kündigten Klöckner und Ardanowski die Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung an, die eine drastische Verringerung der Wildschweindichte als effektive Präventionsmaßnahme hervorhebt.
Gleichzeitig wurden in Deutschland weitere Maßnahmen zur Vorbereitung auf einen möglichen Ernstfall ergriffen: Eigenen Angaben zufolge erweitert das Berliner Agrarressort derzeit die Schweinepest-Verordnung, um den zuständigen Behörden in den Ländern im Ausbruchsfall zu ermöglichen, flexibler Zäune oder andere Wildtierbarrieren aufzustellen. Der Verordnungsentwurf dazu soll in Kürze dem Bundesrat zur Beschlussfassung zugeleitet werden. Wie das Ministerium feststellte, kann die zuständige Behörde bislang nur im sogenannten Kerngebiet entsprechende Barrieren errichten. Zukünftig solle es auch möglich sein, das gefährdete Gebiet und die Pufferzone abzusperren.
Der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, warb heute in Berlin um hohe Wachsamkeit in Bezug auf eine mögliche Einschleppung der ASP nach Deutschland. Diese sei mit dem Sprung der Seuche von Ost- nach Westpolen deutlich gestiegen. Mettenleiter sieht die Behörden auf deutscher Seite zwar gut vorbereitet auf den Ernstfall. Die Früherkennung sei jedoch das "A und O", wolle man einen möglichen Fund infizierter Wildschweine erfolgreich eingrenzen und das Übergreifen auf Hausschweinbestände verhindern.
Dass dies möglich sei, hätten die konsequenten Seuchenschutzmaßnahmen in Tschechien und Belgien gezeigt, erklärte der FLI-Präsident. Priorität hätten hierbei die rasche und flexible Einzäunung des Infektionsgebiets sowie die Reduzierung des Schwarzwildbestands. Von hoher Bedeutung seien aber ebenfalls die strenge Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und eine klare Informationskampagne, um die Menschen für die Gefahren von möglicherweise kontaminierten Lebensmitteln zu sensibilisieren, betonte Mettenleiter. AgE (22.01.2020)
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