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Tierschutz

Tierärzte warnen vor Problemen wegen Schlachthofschließungen

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Die Bundestierärztekammer (BTK) hat die Bundesregierung aufgefordert, umgehend einen Krisengipfel unter Einbeziehung von Veterinären, Landwirten, Schlachthofbetreibern und zuständigen Behörden einzuberufen, um schnell Lösungen für die aktuelle Situation nach der Schließung von Schlachtstätten zu finden. "Der plötzliche Wegfall von Schlacht- und Zerlegekapazitäten hat unmittelbare Auswirkungen auf die tierhaltenden Betriebe und die Tiere in den Ställen", warnte BTK-Präsident Dr. Uwe Tiedemann. Dabei könnten tierschutzrelevante Probleme entstehen.
Laut BTK ist nicht auszuschließen, dass es durch Überbelegung in den Ställen bei hohen Sommertemperaturen zu Kreislaufbelastungen und dem Verenden von Tieren kommt. Die Transportwege zu alternativen Schlachtstätten, teilweise im Ausland gelegen, würden länger dauern und belasteten die Tiere zusätzlich. Zudem sei auch in den Küken- und Ferkelaufzuchten ein Rückstau mit entsprechenden Überbelegungen zu erwarten. Fehlende Schlachtkapazitäten durch andere Standorte zu kompensieren sei nur schwer möglich, denn die notwendigen Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln hätten bereits deutliche Kapazitätseinbußen zur Folge. Darüber hinaus stünden aufgrund der branchenweiten Tests und zahlreicher offener Testergebnisse weniger Mitarbeiter zur Verfügung.
Eine kurzfristige Erhöhung der Schlachtkapazitäten in bisher nicht betroffenen Schlachtbetrieben wird nach Auffassung der BTK schwierig werden. Es sei zu erwarten, dass sich die Lage weiter zuspitze. Ein Krisengipfel zur Problemlösung sei deshalb nötig. "Die Konzentration auf wenige große Schlachtunternehmen, die zu Lasten regionaler Betriebsstrukturen ging, rächt sich jetzt", stellte Tiedemann fest. Die notwendige Diskussion um einen Wandel des Systems reiche in der akuten Situation jedoch nicht aus. Die Forderung der Politik, Bestandszahlen vorübergehend zu reduzieren, greife kurzfristig nicht.
Es müssten praktikable, tierschutzgerechte Lösungen für die Tiere gefunden werden, die jetzt in der Mast und Aufzucht seien, so Tiedemann. Hier seien die Haltungs- und Schlachtbetriebe in enger Zusammenarbeit mit den Veterinärbehörden gefordert. Es dürfe nicht sein, dass keine Schlachttiere mehr angekauft und die Problemlösung den tierhaltenden Betrieben allein überlassen werde. AgE (07.07.2020)
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