DBV-Erntebericht

Trockenschäden vor allem beim Weizen

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Die Trockenschäden in den Getreidebeständen konzentrieren sich in vielen Regionen Deutschlands vor allem auf den Weizen. Das stellt der Deutsche Bauernverband (DBV) in seinem ersten Erntebericht fest, der heute vorgelegt wurde. Die Meldungen aus den Landesbauernverbänden zeigten, dass der Weizen von den heißen Tagen im Juni deutlich getroffen worden sei. In den Beständen ließen bisher sowohl der Ertrag als auch die Qualität deutlich zu wünschen übrig.


Die Wintergerste ist laut DBV hingegen offenbar mit dem sprichwörtlichen "blauen Auge" davongekommen. Sie liegt mit einem geschätzten Ertragsniveau von knapp 75 dt/ha über dem Vorjahrniveau von 72 dt/ha und auch über dem Mittelwert der letzten fünf Jahre von 69 dt/ha. Nach der ersten Einschätzung des Bauernverbandes haben die deutschen Landwirte in den vergangene Wochen in der Summe rund 9 Mio t Wintergerste eingefahren. Einmal mehr habe sich gezeigt, dass die Wintergerste auf vielen Standorten in der Lage sei, die Ertragsbildung abzuschließen, bevor die Vorsommerhitze zuschlage.
Auch der Raps scheine regional noch leidlich durch die zurückliegenden Monate gekommen zu sein, so der DBV. Hier seien die Erträge bisher auf einem zufriedenstellenden Niveau. Große Sorgen um die Futterversorgung haben dem Bauernverband zufolge nach der Trockenheit der zurückliegenden Wochen derzeit vor allem die Tierhalter. Der zweite oder dritte Grünlandschnitt stehe in vielen Regionen schon in Frage, und der Mais leide ebenfalls unter den hohen Temperaturen. Die für diese Woche vorhergesagten Hitzerekorde ließen eine weitere Verschärfung erwarten. AgE (20.07.2022)
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