Tierhaltung

Bauernverband sieht Standort Deutschland in Gefahr

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Die bisher vom Bundeslandwirtschaftsministerium vorgelegten Gesetzesentwürfe und Eckpunkte zum Umbau der Tierhaltung haben beim Deutschen Bauernverband (DBV) große Besorgnis hinsichtlich der Zukunft für die Tierhalter ausgelöst. "Statt den allgemein anerkannten 'Borchert-Plan' ganzheitlich umzusetzen, wird dieses Konzept in einer Art Salamitaktik zerstückelt und verfälscht, so dass es nicht nur wirkungslos wird, sondern vor allem den Tierhaltern die Perspektiven für Investitionen nimmt", kritisierte heute DBV-Veredlungspräsident Hubertus Beringmeier in Berlin. Das gefährde den Standort Deutschland.


Unzureichend sind laut Bauernverband der mit großen Lücken versehene Entwurf eines Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes, der Referentenentwurf zur Änderung des Baugesetzbuches sowie die Eckpunkte für ein Bundesförderprogramm zum Umbau der Tierhaltung, das völlig unterfinanziert sei. Zudem seien die im Eckpunktepapier vorgesehenen Obergrenzen schlicht unannehmbar. Beispielsweise solle die Förderung auf Betriebe mit maximal 200 Sauen begrenzt werden. Dadurch würden mehr als drei Viertel der Sauenhaltung aus der dringend notwendigen Tierwohlförderung ausgeschlossen, monierte der DBV.
Auch bei den Mastschweinen ist die vorgesehene Förderobergrenze von 3 000 verkauften Tieren im Jahr für den Bauernverband inakzeptabel. "Alles zusammen ist das kein Programm zum Umbau, sondern zum Abbau der Tierhaltung", machte Beringmeier deutlich. Er fordert das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, praktikable Regelungen für eine zukunftsfähige Tierhaltung im Sinne des "Borchert-Plans" vorzulegen und umzusetzen.
Auch der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses Eier und Geflügel, Ulrich Löhr, zeigte sich angesichts des vom Ministerium vorgelegten Eckpunktepapiers zur Geflügelhaltung sehr besorgt: "Die in diesem Entwurf enthaltenen Platzvorgaben katapultieren vor allem die deutschen Putenhalter aus dem Wettbewerb im EU-Binnenmarkt und führen die heimische Putenhaltung ins Aus", warnte Löhr. Statt mehr Tierwohl in Deutschland würde dann mehr Geflügelfleisch importiert. Die deutschen Geflügelhalter stünden zum Umbau der Tierhaltung, aber das gehe nur "mit einem ganzheitlichen Konzept". AgE/dw (06.01.2023)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Pflanzenschutz
DBV und IVA halten sich noch bedeckt
10.04.2024 — Während sich DBV und IVA mit Blick auf das vom BMEL angekündigte "Zukunftsprogramm Pflanzenschutz" noch zurückhalten, sorgt die Diskussionsgrundlage dazu bei den Landwirten bereits für Verärgerung. Den Anlass dazu bildet vor allem der in dem "Ideenpapier" enthaltene Passus "Ziel ist es, - in Anlehnung an die Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission - bis 2030 die Verwendung und das Risiko von chemischen Pflanzenschutzmitteln um 50% zu verringern." Der Zentralverband Gartenbau warnte indes bereits davor.
Agrarstrukturerhebung
Schweinehaltung am stärksten abgebaut
27.03.2024 — Die umfassende Agrarstrukturerhebung aus dem Jahr 2023 zeigt, dass innerhalb von drei Jahren die Schweinehaltung in Deutschland spürbar geschrumpft ist. Die Zahl der Halter und der Schweine nahm zweistellig ab. Bei Rindern war der Schwund geringer, wobei aber viele Milcherzeuger die Produktion aufgaben. Bei Legehennen wurden die Haltungsplätze hingegen aufgestockt.
ISN-Mitgliederversammlung
Schweinebranche zwischen Frust und Zuversicht
21.02.2024 — Die wirtschaftliche Situation der Schweinehalter hat sich nach den Krisenjahren 2019 bis 2022 wieder deutlich verbessert, doch bleibt die Stimmung schlecht. Aufgrund zunehmender Auflagen und Bürokratie sowie fehlender Planungssicherheit geben immer mehr Schweinehalter die Produktion auf. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) machte dafür auf ihrer Mitgliederversammlung am Dienstag (20.2.) in Osnabrück vor allem die Politik verantwortlich.
Rundumschutz
R+V-AgrarPolice
Im Schadenfall kann die wirtschaftliche Existenz des Betriebes und damit die Lebensgrundlage der Familie und der Mitarbeiter schnell gefährdet sein. Landwirtschaftliche Unternehmer sind kaum in der Lage, für diesen Fall ausreichend Rücklagen zu bilden. Die R+V-AgrarPolice bietet umfassenden betrieblichen Versicherungsschutz, den Sie individuell für Ihren Betrieb zusammenstellen können.en.

xs

sm

md

lg

xl