Mineraldünger

Stark rückläufiger Stickstoffeinsatz zehrt die Böden aus

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Der Inlandsabsatz von Stickstoff und anderen Düngemitteln ist im Wirtschaftsjahr 2021/22 erneut stark rückläufig gewesen. Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge sanken die Verkäufe an Absatzorganisationen und Endverbraucher von stickstoffhaltigem Mineraldünger gegenüber dem vorherigen Wirtschaftsjahr um 168 500 t oder 13,3 % auf den neuen Tiefstwert von knapp 1,10 Mio t. Die Abgabemenge von Phosphatdünger brach um 40,4 % auf 114 630 t ein, die von Kali um 31,5 % auf 305 770 t. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs und den darauf folgenden starken Preissteigerungen hat sich der Absatzrückgang im zweiten Quartal bei allen Düngemittelsorten spürbar verstärkt.


Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen ist der Absatz von stickstoffhaltigem Mineraldünger in diesem Bundesland 2021/22 gegenüber dem vorherigen Wirtschaftsjahr um weitere 20 000 t auf das historische Tief von 166 000 t gesunken. Fünf Jahre zuvor waren 2016/17 davon noch 295 000 t verkauft worden, womit sich die Aufwandmenge 2021/22 nur noch auf 56 % der damaligen belief. "Wir sind bei der Reduzierung des Mineraldüngereinsatzes, die oft auch aus Gründen des Wasserschutzes gefordert wird, schon lange am Ende der Fahnenstange angekommen", resümierte der Vorsitzende des Landvolk-Umweltausschusses, Hubertus Berges. Der nochmalige Rückgang sei vor allem auf die extrem gestiegenen Preise für Düngemittel zurückzuführen.
Laut Berges haben die Anbaufrüchte in diesem Jahr in fast allen Betrieben am Stickstoff gezehrt, der im Humus der Böden gespeichert ist. "Allein über unsere organischen Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung und den Gärrückständen aus Biogasanlagen können die fehlenden Nährstoffe für eine gute Ernte nicht mehr kompensiert werden, auch nicht durch den Anbau von stickstoffsammelnden Leguminosen", betonte der gelernte Landwirt.
Vor diesem Hintergrund und Meldungen über die Schließung von Düngemittelwerken fordern das Landvolk und der Deutsche Bauernverband (DBV) schnelle Schritte von Bund und Europäischer Union, um eine ausreichende Versorgung der Landwirtschaft mit bezahlbarem Mineraldünger zu sichern. "Wenn sich die Situation durch eine noch steigende Verknappung von Handelsdünger und den Abbau der Tierhaltung weiter verschärft, auch weil die EU Importe beschränkt, dann geht das am Anfang zu Lasten des Humusgehaltes und der Fruchtbarkeit unserer Böden und ganz schnell auch zu Lasten der Erträge und Qualitäten unserer Lebens- und Futtermittel", warnte Berges. Dann könnten wichtige Ziele wie eine Anreicherung des Humusgehaltes oder die Lebensmittelversorgung nicht gewährleistet werden. AgE (12.09.2022)
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