Ernährungskrise

Von der Leyen wirft Russland Erpressung vor

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Alexandros Michailidis / Shutterstock
Mit deutlichen Worten hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Ursula von der Leyen, Russland im Hinblick auf die sich zuspitzende globale Ernährungskrise "Erpressung" der Weltgemeinschaft vorgeworfen. Wie die frühere Bundesverteidigungsministerin in ihrer gestrigen Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos feststellte, nutzt Russland "Hunger und Getreide, um Macht auszuüben". Konkret warf sie der Regierung in Moskau vor, bei der Invasion in die Ukraine in einem der "fruchtbarsten Länder der Welt" gezielt die Nahrungsversorgung für den Weltmarkt zu sabotieren.


Zudem warf die Brüsseler Kommissionschefin der Russischen Föderation vor, seine eigenen Exportüberschüsse als eine Form der Erpressung zurückzuhalten. So seien Getreidelieferungen gestoppt worden, um die Weltmarktpreise steigen zu lassen. "Weizen wird gegen politische Unterstützung gehandelt", beklagte die Kommissionspräsidentin. Des Weiteren fühlt sich von der Leyen von dem Umstand, dass die Armee des Kremls in den von Russland besetzten Teilen der Ukraine die Getreidebestände und Maschinen konfisziert, an "eine dunkle Vergangenheit" erinnert.
In diesem Zusammenhang verwies die Kommissionspräsidentin an die Zeiten der sowjetischen Beschlagnahme der Ernten und der daraus resultierenden "verheerenden Hungersnot der 1930er Jahre". Darüber hinaus bombardiere die russische Artillerie bewusst Getreidelager. Zudem würden russische Kriegsschiffe im Schwarzen Meer ukrainische Schiffe mit Weizen und Sonnenblumensaat blockieren.
Die Folgen dieser "schändlichen Handlungen" seien für alle sichtbar. Weltweit schieße der Weizenpreis in die Höhe. Hierunter würden vor allem schwache Länder und ohnehin schon von Hungersnot gefährdete Bevölkerungsgruppen leiden. Beispielsweise seien die Brotpreise im Libanon zuletzt um 70 % gestiegen.
Derzeit würden rund 20 Mio t Weizen in der Ukraine blockiert, stellte von der Leyen fest. Etwa 5 Mio t Weizen würden pro Monat im Normalfall exportiert. Heute seien nur mehr 200 000 t bis 1 Mio t. "Wenn wir diese Bestände mobilisieren, können wir der Ukraine dringend benötigte Einnahmen verschaffen und dem Welternährungsprogramm den dringend benötigten Nachschub", erklärte die Kommissionspräsidentin. AgE (25.05.2022)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Verordnung Anpassungsbeihilfe
Bis zu 15 000 Euro pro Betrieb zur Abmilderung von Kriegsfolgen
21.06.2022 — Details zur Gewährung der Krisenhilfe von 180 Mio Euro zur Abmilderung der Folgen des Ukraine-Krieges für die Landwirtschaft hat das Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt vorgelegt. Anspruchsberechtigt sollen demnach Betriebe des Freilandgemüsebaus, des Obst- und Weinbaus sowie der Geflügel- und Schweinehaltung sein.
Ukraine-Krieg
Bundesregierung sieht Versorgung mit Agrarprodukten in Deutschland gesichert
06.05.2022 — Die Versorgung mit Agrarprodukten in Deutschland ist trotz der Marktentwicklungen im Zuge des Ukraine-Krieges stabil und gesichert. Das hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion bekräftigt. Zwar sei die Ukraine für eine Reihe von Agrarrohstoffen bisher eine wichtige Exportnation gewesen, heißt es darin. Gleichwohl seien Deutschlands Importmengen von Mais, Rapssaat und Pflanzenölen aus der Ukraine im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021 rückläufig gewesen.
Ölembargo gegen Russland
Biokraftstoffe könnten Lieferausfälle teilweise kompensieren
05.05.2022 — Biokraftstoffe könnten Versorgungsengpässe am Kraftstoffmarkt durch den heute von der EU-Kommission vorgeschlagenen Boykott gegen Öl aus Russland entschärfen. "Die durch das Ölembargo möglicherweise wegfallenden Mengen an fossilem Benzin können zumindest teilweise durch heimische erneuerbare Kraftstoffe ersetzt werden", teilte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe), Stefan Walter, auf Anfrage von AGRA-EUROPE mit.
Versicherungen
Ertragsschadenversicherung (EVT)
Der Schutz vor finanziellen Einbußen bei größeren Tierbeständen. Fälle wie die Afrikanische Schweinepest machen deutlich: Seuchenprophylaxe auf dem eigenen Hof ist wichtig. Wie schnell sind Sie jedoch indirekt von einer Seuche betroffen und z. B. mit einem Vermarktungsverbot belegt! Dann übernimmt eine Ertragsschadenversicherung den finanziellen Ausfall.

xs

sm

md

lg

xl