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Umbau der Tierhaltung

Grüne fordern "Tierwohlcent"

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Einen "klaren Zielpfad" für einen Umbau der Tierhaltung fordert die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Bis 2035 müsse ein gesetzlicher Standard erreicht werden, so dass die Tiere "in jeder Hinsicht und auf jeder Stufe der Tierhaltung ein artgerechtes Leben haben", heißt es in einem Sieben-Punkte-Plan, den sechs Parlamentarier unter Federführung von Fraktionschef Dr. Anton Hofreiter gestern vorgelegt haben.
Darin mahnen die Abgeordneten zugleich eine finanzielle Unterstützung der Landwirte an, die für ihren Aufwand entlohnt werden müssten. Vorgeschlagen wird eine Verbrauchssteuer auf Endverbraucherebene, wie sie auch von der Borchert-Kommission favorisiert wird. Ein solcher "Tierwohlcent" müsse einhergehen mit einer Zweckbindung, "damit die Mittel tatsächlich beim Umbau der Tierhaltung ankommen".
Die Grünen wollen "gängige Verstöße gegen und de-facto-Ausnahmen vom Tierschutzgesetz" abstellen und verweisen auf das Amputationsverbot, das es umzusetzen gelte, das Töten männlicher Küken sowie die Kastenstandhaltung von Sauen, die man „schnellstmöglich“ beenden wolle. Weitere Bestandteile des Sieben-Punkte-Plans sind eine verbindliche Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für tierische Produkte, ein nationales Tierschutz-Monitoring, verbesserte Tierschutzkontrollen sowie die Einführung eines Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzorganisationen.
"Die Tierhaltung in Deutschland steht jetzt am Scheideweg und muss sich in der Breite verbessern", erklärte der agrarpolitische Sprecher der Fraktion, Friedrich Ostendorff. Es sei "klare Aufgabe der Politik", Leitplanken für bessere Bedingungen in der Tierhaltung zu setzen, nachdem in der Vergangenheit die Verantwortung gerne an die Konsumenten abgegeben worden sei. Erneut lobte Ostendorff die Vorschläge der Borchert-Kommission. Damit komme endlich ein lange überfälliger Umbauprozess in Gang, "der zukünftig mit deutlichen Verbesserungen für die Tiere und die Zukunftsperspektiven der Bäuerinnen und Bauern einhergehen muss." AgE (24.06.2020)
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