Agrarsektor wird Stolperstein für Freihandelsabkommen mit den USA

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Die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA sind noch nicht richtig in die Gänge gekommen, da zeichnet sich bereits ab, dass die Handelsliberalisierung im Agrarsektor zum Stolperstein werden dürfte. Eher skeptisch über die Erfolgsaussichten äußerte sich, zumindest nach jetzigem Stand der Dinge, der Regionaldirektor der US Meat Export Federation (USMEF) für Europa, Russland, den Mittleren Osten und Afrika, John Brook, auf der Fachtagung Vieh und Fleisch des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) am vergangenen Montag in Münster.
Der US-Handelsexperte bemängelte, dass sich die EU unter anderem beim Marktzugang für Agrarprodukte, die mit Hilfe von Wachstumshormonen oder gentechnisch veränderten Organismen (GVO) erzeugt wurden, wenig kompromissbereit zeige. Dies berge die Gefahr, dass der Landwirtschaftssektor erst einmal von den Verhandlungen ausgeklammert werde und das Abkommen nicht wie geplant allumfassend sei. Sollte jedoch keine Einigung im Bereich Landwirtschaft erzielt werden, dürften die mächtigen Agrarstaaten im Kongress ihre Zustimmung zur Freihandelszone verweigern und das gesamte Abkommen drohe zu scheitern, warnte Brook.
Er erinnerte daran, dass die EU auf dem Höhepunkt ihrer ökonomischen Krise die Initiative für den Freihandel ergriffen habe, um über den vereinfachten Austausch von Waren Arbeitsplätze zu schaffen. Dies sei auch für die USA von Interesse, doch müsse sich die EU dem Einsatz neuer Technologien wie der Grünen Gentechnik öffnen, die auch weltweit akzeptiert seien. Sollte das Abkommen an Agrarfragen scheitern, wäre dies zu bedauern, doch stünden bei einer wachsenden Weltmarktnachfrage auch alternative Absatzmöglichkeiten für US-Erzeugnisse zu Verfügung. Brook machte zudem klar, dass sich die USA nicht mit einem Verhandlungsergebnis zufrieden geben würden, wie es kürzlich bei dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada erzielt wurde: „Ein Marktzugang für lediglich 60 000 t Schweinefleisch wird nicht reichen“. AgE (28.11.2013)
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