Wälder in Deutschland

Wissenschaftlicher Beirat empfiehlt aktive Bewirtschaftung

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Copyright: Shutterstock
Vor dem Hintergrund der aktuellen Witterungsschäden in den heimischen Wäldern hat der Wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik des Bundeslandwirtschaftsministeriums eine aktive Bewirtschaftung der Bestände empfohlen. Nichtstun sei keine Option, erklärt der Beirat in einem heute an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner übergebenen Gutachten. Es gehe darum, die Vielfalt der Ökosystemleistungen des Waldes langfristig sicherzustellen. Dafür benötige man resiliente und anpassungsfähige Wälder sowie Betriebe und Institutionen, die in der Lage seien, diese Daueraufgabe der Anpassung zu bewerkstelligen.


Konkret wird vom Beirat empfohlen, die nachhaltige Holzverwendung zu fördern und die Ökosystemleistungen zu honorieren. Außerdem müsse der Waldschutz gegenüber biotischen Risiken verbessert werden. Handlungsbedarf sehen die Gutachter auch beim Boden-, Wasser- und Artenschutz, beim Risikomanagement zum Umgang mit Extremereignissen und beim Monitoring. Daneben seien Wälder als Orte für Erholung, Sport und Tourismus zu entwickeln und Forschungskapazitäten zu stärken.
Klöckner wertete die Empfehlungen als Bestätigung ihrer Waldpolitik und verwies unter anderem auf das mit insgesamt 1,5 Mrd Euro ausgestattete Waldumbauprogramm und die Waldstrategie 2050. Es würden die richtigen Leitplanken gesetzt, um den Wald mit seinen vielfältigen Funktionen für die kommenden Generationen zu erhalten. Dazu gehöre auch, diejenigen langfristig zu unterstützen, die den Wald als maßgeblichen Klimaschützer erhielten, pflegten und bewirtschafteten.
Die Familienbetriebe Land und Forst begrüßten das Gutachten. Es zeige deutlich, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder unabdingbar sei, um ihre Resilienz im Klimawandel zu erhöhen und sie auch zukünftig als Klimasenke zu erhalten. Außerdem sei es nicht nur gerecht, sondern auch dringend notwendig, dass aus den Mitteln des Energie- und Klimafonds, in den die CO2-Emittenten einzahlten, die Klimaschutzleistung des Waldes gestärkt und honoriert werde.
Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) befürwortet ebenfalls die Zielrichtung des Gutachtens. Grundsätzlich könne die Resilienz der Wälder nur durch eine aktive Waldbewirtschaftung verbessert werden, erklärte der Verband. Die nachhaltige Nutzung von Holzressourcen stelle einen Ersatz für nicht erneuerbare, kohlenstoffintensive Materialien dar. Zudem sei die aktive Bewirtschaftung und damit Steuerung der Entwicklung klimastabiler Wälder eine Leistung, die von den Forstbetrieben für das Gemeinwohl zur Verfügung gestellt werde und eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz bilde. AgE (04.11.2021)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Agrarhandelsplattform
Genossenschaften starten "akoro.de"
17.01.2022 — Landwirte und andere Kunden von Raiffeisengenossenschaften können ihr Bezugs- und Absatzgeschäft neuerdings rund um die Uhr über eine digitale Handelsplattform abwickeln. Nach mehrmonatigem Testbetrieb ist der virtuelle Marktplatz "akoro.de" Anfang Januar "live" gegangen.
Frankreich
Ohne Alternativen kein Verbot von Glyphosat
17.01.2022 — In Frankreich hat sich die Regierung zu einem möglichen Verbot von Glyphosat positioniert. Wie Landwirtschaftsminister Julien Denormandie gestern in der Nationalversammlung erklärte, sollen nur Anwendungen verboten werden, für die es wirtschaftlich tragfähige und ökologisch sinnvolle Alternativen gibt. Wissenschaft und Vernunft müssten wieder in den Mittelpunkt der Debatte gestellt werden.
Auslaufmodell Anbindehaltung
Aldi stellt bei Trinkmilch auf die Haltungsformen 3 und 4 um
14.01.2022 — Der Discounter Aldi will Trinkmilch aus den Haltungsformen 1 und 2 bis zum Jahr 2030 schrittweise aus den Regalen verbannen. Der Lebensmitteleinzelhändler folgt mit der heutigen Ankündigung dem Handelsriesen Edeka, der Anfang der Woche mit der Ankündigung vorgeprescht war, seine Eigenmarken schon im Jahresverlauf 2022 auf die Haltungsstufe 2 oder höher umzustellen.
Rundumschutz
R+V-AgrarPolice
Im Schadenfall kann die wirtschaftliche Existenz des Betriebes und damit die Lebensgrundlage der Familie und der Mitarbeiter schnell gefährdet sein. Landwirtschaftliche Unternehmer sind kaum in der Lage, für diesen Fall ausreichend Rücklagen zu bilden. Die R+V-AgrarPolice bietet umfassenden betrieblichen Versicherungsschutz, den Sie individuell für Ihren Betrieb zusammenstellen können.en.
Pestizidatlas
Konsequente Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes gefordert
13.01.2022 — Eine konsequente Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes fordern die Heinrich-Böll-Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) Germany von der Bundesregierung. Vor allem besonders toxische Pestizide müssten verboten und bereits in der EU verbotene Pestizide dürften nicht länger exportiert werden.

xs

sm

md

lg

xl