Wir verwenden Cookies, um eine individuelle Nutzung dieser Webseite zu erlauben und Werbung auf Webseiten von raiffeisen.com und Dritten anzuzeigen. OK Mehr erfahren

Mehraufwand durch Gentechnik-Kennzeichnungspflicht für tierische Produkte

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Die im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD in Aussicht gestellte Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, wäre für Unternehmen und Behörden mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden. Dessen Höhe hinge davon ab, wie die Verbraucher, der Lebensmittelhandel und die betroffenen Branchen auf die Ausweitung der Gentechnik-Kennzeichnung reagieren. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das Thünen-Institut für Marktanalyse im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums erarbeitet hat.
Den Braunschweiger Wissenschaftlern zufolge wäre der technische Vorgang der Kennzeichnung unproblematisch. Zu Buche schlagen würden hingegen die Folgekosten bei der Dokumentation aufgrund der zu erwartenden kleineren Chargengrößen. Der betriebliche Erfüllungsaufwand für Unternehmen, die kennzeichnungsfreie Lebensmittel herstellten, falle umso geringer aus, je mehr Branchen auf nicht kennzeichnungspflichtige Lebensmittel umstellten.
Laut Thünen-Institut wären allein in Deutschland rund 270 000 Betriebe in der Wertschöpfungskette von einer erweiterten Kennzeichnungspflicht betroffen. Die Experten weisen zudem darauf hin, dass eine Ausweitung der Gentechnik-Kennzeichnung auf tierische Produkte nur auf EU-Ebene und nicht im nationalen Alleingang durchgeführt werden könne. EU-weit unterlägen daher erheblich mehr Unternehmen einer möglichen Neuregelung.
Die Wissenschaftler erwarten deutliche Auswirkungen auf den internationalen Futtermittelmarkt in Form von Preis-, Verfügbarkeits- und Handelsverschiebungen. Deren Ausmaß hänge wiederum davon ab, wie die Nachfrage reagiere. Auf die Kontrollbehörden käme nach Einschätzung der Autoren ein hoher zusätzlicher Personal- und Sachmittelaufwand zu. AgE (16.08.2014)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

Raiffeisen-Genossenschaften
Holzenkamp betont wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit
21.06.2021 — Den Beitrag der Genossenschaften in der Agrar- und Ernährungsbranche zur Versorgungssicherheit der Landwirtschaft und Bevölkerung hat der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp, erneut unterstrichen. Das vergangene Jahr sei ein Stresstest für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft gewesen.
GAP-Reform
Agrarökonomen empfehlen Ausstieg aus Direktzahlungen bis 2028
18.06.2021 — Eine geringe ökologische Wirksamkeit bescheinigen Wissenschaftler um Prof. Peter H. Feindt von der Humboldt-Universität zu Berlin den bisherigen Instrumenten der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). In einer vom Bundesumweltministerium geförderten Studie stellen die Agrarökonomen fest, das aktuell ein sehr hoher Anteil des GAP-Budgets in wenig zielführende Instrumente fließe.
Afrikanische Schweinepest
Bundesratsinitiative zur Unterstützung von Schweinehaltern
17.06.2021 — Einen Entschließungsantrag zur Unterstützung von schweinehaltenden Betrieben bringt Brandenburg in den Bundesrat ein. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation, in die viele Betriebe durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) geraten seien, soll die Bundesregierung aufgefordert werden, ein Förderprogramm "ohne Beteiligung der Länder" zu erarbeiten.
Versicherungen
Ertragsschadenversicherung (EVT)
Der Schutz vor finanziellen Einbußen bei größeren Tierbeständen. Fälle wie die Afrikanische Schweinepest machen deutlich: Seuchenprophylaxe auf dem eigenen Hof ist wichtig. Wie schnell sind Sie jedoch indirekt von einer Seuche betroffen und z. B. mit einem Vermarktungsverbot belegt! Dann übernimmt eine Ertragsschadenversicherung den finanziellen Ausfall.
Eco-Schemes
Bauernverband pocht auf Klimabonus für Grünland
16.06.2021 — Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat seine Forderung nach Einführung eines Grünland-Klimabonus und weiterer Grünlandmaßnahmen im Rahmen der Eco-Schemes bekräftigt. Dem Bauernverband zufolge sollten Betriebe mit mehr als 75 % Grünland künftig für ihre Kohlenstoffspeicherung einen Klimabonus von 90,0 Euro pro Hektar erhalten.

xs

sm

md

lg

xl